Das Abenteuer „Heiraten in Island“

Die Hochzeit von Henrique und Jörg auf Island

Ich kann es immer nur wieder sagen: ich habe mit Abstand die allerbesten Paare… und ganz besonders wenn sie mich für ihre Hochzeit mit nach Island nehmen. So startete nämlich auch diese Hochzeitssaison wieder mit einer wundervollen Hochzeit auf meiner absoluten Lieblingsinsel. Im April – und damit noch im Winter – auf Island zu heiraten ist tatsächlich etwas mutig, aber hey: no risk, no fun. Das dachten sich die beiden wohl auch, als sie mich ein paar Wochen vor ihrer Hochzeit anfragten. Als Hochzeitsfotograf mit unheilbarem Island-Virus konnte ich da natürlich auf keinen Fall nein sagen. Wie spannend es dann 3 Tage vor der Hochzeit noch werden würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand von uns.

Heiraten in Island oder eine Trauung mit kleinen Hürden

… oder doch eher eine Trauung mit großen Hürden. Da ich ja schon einiges an Wettergeschichten in Island mitgemacht habe, behalte ich einige Tage bevor es ans Heiraten geht gern mal den isländischen Wetterbericht im Auge. Gerade im April muss man sich auf alles einstellen – von strahlendem Sonnenschein bis tiefsten Schneestürmen ist im Winter nämlich alles drinnen.

So kristallisierte sich kurz vor dem Abflug der beiden heraus, dass ein riesiges Sturmtief, zum Glück ohne Schnee, auf Island zuzog (weiter unten findet ihr ein seltsam buntes Bild mit der Wind-Karte von Island – lila und rot sind uncool). Alles Daumen drücken dieser Welt hat nichts genützt. Der Flug von Henrique und Jörg wurde kurzfristig gecancelt – und wenn eine isländische Fluggesellschaft einen Flug aufgrund der Wetterbedingungen cancelt, ist definitiv nicht gut Kirschenessen auf der Insel. Mit gefühlt 1.000x Umsteigen, einer Übernachtung in Basel und somit einen Tag Verspätung hatten es die beiden dann aber auch von Spanien in den hohen Norden geschafft. Mein Flug ging übrigens planmäßig. Ich bin zum Glück erst einen Tag später angereist und somit war der Sturm schon durch. Aber auch hier sieht man: IMMER genügend Puffer einplanen (auch in den anderen Monaten). Aber hey… wir hatten es alle sicher und heil nach Island geschafft. Der Trauung der beiden stand nun nichts mehr im Weg… oder doch?

 

Der langersehnte Hochzeitstag

Es wäre ja nicht Island, wenn das der einzige Sturm im April bliebe und so kündigte sich direkt der nächste Sturm mit Orkanböen für den Hochzeitstag an – natürlich nur für den Süden und Südwesten. Und jetzt ratet mal wo die beiden ihre Zeremonie abhalten wollten? Richtig im Süden. Die beiden hatten sich nämlich für eine Siðmennt Trauung am wunderschönen Seljalandsfoss entschieden und das stand ein paar Stunden vorher echt auf der Kippe.

So kam ich also am Morgen des Hochzeitstages im Hotel der beiden an und wir waren uns immer noch nicht sicher, ob unser Vorhaben wirklich aufgeht. Noch war das Wetter ok – Wolken und ein bisschen windig, aber noch völlig im Rahmen. Laut Wetterkarte sollte es erst gegen frühen Nachmittag richtig ungemütlich werden und so entschieden wir uns zusammen mit der Zelebrantin es dennoch zu versuchen. Wenn es zu gefährlich geworden wäre, wären wir selbstverständlich umgedreht. Mit dem Wetter auf Island ist einfach nicht zu spaßen und da kann es schnell mal richtig lebensbedrohlich werden.

 

Die Trauung

Angekommen an der Trau-Location erwartet uns der Selfjalandsfoss schon mit einer echt steifen Brise – aber kein Regen. Wir waren aber trotzdem durch den Wind und die Gischt des Wasserfalls ziemlich nass. Normalerweise ist der Seljalandsfoss bis auf ein paar Rundwege gesperrt und man kommt nicht wirklich frei an ihn heran. Aber zum Glück hatte unsere Zelebrantin gute Connections und so durften wir über die Absperrung hinweg und uns ein nettes Fleckchen am Wasserfall suchen. Zu nah ging es aber auch nicht… die Gischt und so 😉 Mit dem Sturm im Nacken konnte die Zeremonie nun endlich beginnen. Und sie war sooooo schön. Hach… die beiden sind aber auch so zuckersüß und so lieb zu einander. Einfach zwei Menschen, die sich gefunden hatten. Wo die Liebe keine Grenzen hat. Ich bin ja eigentlich nicht so nah am Wasser gebaut, aber da kullerten sogar mir als gestandenem Hochzeitsfotograf die Tränchen hinter der Kamera.

 

Das Brautpaarshooting

Eigentlich wollten wir nach der Trauung dann weiter in den Süden Richting Vik, aber die Wetterkarte schrie uns förmlich mit „macht das auf gar keinen Fall“ an. Auch wenn mein Herz als Hochzeitsfotograf geblutet hat, da der Süden für mega Hochzeitsfotos echt der Knaller ist. Aber für kein Bild der Welt würde ich mich oder meine Brautpaare in Gefahr bringen. So entschieden wir uns umzudrehen und in Richtung Gullfoss zu fahren, wo der Sturm nämlich erst am Abend eintreffen sollte.

Gesagt, getan. Es ging wieder zurück nach Selfoss und dann zum Gullfoss bzw. in Richtung F35 in Richtung Kerlingarfjöll. Und echt… Wir fuhren immer vor dem Mega-Sturm her. Wir hatte immer nur so 5 bis 10 Minuten an den jeweiligen Spots bis er uns mit peitschendem Regen ein hatte. Selbst das Aussteigen war an manchen Stellen schwierig, da so ein isländischer Sturm schon mal gern Autotüren abreist. Also hat Jörg uns immer erst rausgelassen und dann das Auto gedreht, damit er raus konnte. Das war schon irgendwie lustig.

Was für ein Tag. Was für eine Hochzeitsreise. So viel Stress und so viel Bangen und zum Schluss so viel Spaß. Auf Island muss man halt auf alles vorbereitet sein und das Wetter nehmen so wie es kommt. Was für ein Abenteuer „Heiraten auf Island“. Ich werde diese Hochzeit auf jeden Fall nicht so schnell vergessen.

Heiraten in Island | Die Hochzeitsfotos von Jörg & Henrique

Ihr wollt auch auf Island heiraten und sucht noch einen Hochzeitsfotograf? Dann schreibt mir einfach!

Natürlich findet ihr weitere Infos auf der Seite „Heiraten auf Island„. Ihr könnt aber auch gern direkt zu den einzelnen Hochzeitfotos springen:

HEJ
Ireen Kaiser Hochzeitsfotografin Leipzig und Island

Ich freue mich von euch zu hören!

Eure Ireen

Hochzeitsfotograf Leipzig

Let's connect @ Instagram